Kandersteg-Lämmerenhütte-Engstligenalp
Am vergangenen Wochenende hat es mich schon wieder in die Berge gezogen. Nach dem schlechten Wetter auf der Riederalp vor gut einer Woche, freute ich mich auf die Tour zur Lämmerenhütte im Wallis zusammen mit einem guten Freund. Natürlich hoffte ich auf spektakuläres Licht in den Bergen zum fotografieren, grundsätzlich aber hoffte ich auf trockenes und warmes Wetter. Der Wetterbericht sah jedenfalls vielversprechend aus.
Ausgangsort für unsere Tour war Kandersteg. Von Kandersteg sollte es zum Gemmipass und weiter zur Lämmerenhütte gehen. Nach einer Übernachtung in der Lämmerenhütte war als Ziel die Engstligenalp geplant. Sollte das Wetter nicht mitspielen, wäre auch Leukerbad als Ziel in Frage gekommen. Die Tour führte uns also vom Kanton Bern ins Wallis und wieder zurück.
Es handelt sich dabei um eine Tour mit alpinem Charakter. Es geht immerhin auf fast 3000m hinauf. Es kann also auch im Sommer Schnee liegen ausserdem muss man auch noch einen kleinen Gletscher überqueren von dem die Klimaerwärmung allerdings nur noch einen kleinen Rest übrig gelassen hat. Die Tour ist aber problemlos mit einer guten, normalen Wanderausrüstung machbar. Der Weg von der Lämmerenhütte auf die Engstligenalp ist blau/weiss markiert aber eigentlich nirgends schwierig. Stöcke sind sicher zu empfehlen, wird es doch auf dem Gletscher etwas rutschig und zum absteigen sind sie sowieso Balsam für die Knie.
Wenn ich mich auf eine Tour vorbereite, mache ich mir gerne vorher ein Bild von der Gegend und den Verhältnissen in dem Gebiet. Einen Tourenbeschrieb im Internet zu finden war nicht schwierig aber meistens waren keine Fotos vorhanden. Damit man einen Eindruck von der Wanderung erhält, habe ich nun die Schlüsselstellen fotografiert.
Dieser Tourenbeschrieb ersetzt aber in keiner Art und Weise eine seriöse Vorbereitung mit Kartenmaterial usw.
Tourenbeschrieb
Tag 1
Start: Sunnbüel (Kandersteg)
Ziel: Lämmerenhütte
Wanderzeit: ca. 4 Std.
Route: Sunnbüel (1934m) – Schwarenbach (2003m) – Daubensee (2207m) – Lämmerental – Lämmerenhütte (2507m)
Tag 2
Start: Lämmerenhütte
Ziel: Engstligenalp
Wanderzeit: 3.5 Std.
Route: Lämmerenhütte (2507m) – Rote Totz-Lücke (2829m) – Chindbettipass (2652m) – Engstligenalp (1952m)
Mit der Seilbahn haben wir die ersten Höhenmeter nach Sunnbüel, dem Startpunkt der Tour, übersprungen. Aus der Seilbahn hat man einen super Ausblick auf die Jegertosse und ins wilde Gasterntal. Von Sunnbüel (1934 m) beginnt die Wanderung auf einem breiten, schon fast luxeriösen Wanderweg. Schon bald wird einem klar; hier ist man sicher nicht alleine unterwegs. Es waren dann auch an diesem Samstag sehr viele Leute unterwegs zum Gemmipass.

Bergstation Sunnbüel – Hier beginnt die Wanderung
Es ist eine kleine Autobahn, die zum Gemmipass führt. Man braucht keine Orientierungskenntnisse um den Weg zu meistern, es ist unmöglich sich zu verlaufen. Umso mehr kann man die fantastische Sicht auf die umgebende Bergwelt geniessen. Unterwegs bietet sich das Bergrestaurant Schwarenbach (2060 m) zum Einkehren an.

Berghotel Schwarenbach auf dem Weg zum Gemmipass
Nach der nächsten Geländekuppe, dem Seestutz, steht man vor dem Daubensee (2207 m). Am östlichen Rand des Sees zieht sich der Weg unter den imposanten, felsigen Plattenhörnern zum Gemmipass-Restaurant (2346 m).

Der Daubensee – kurz vor dem Gemmipass
Von der Terrasse geniesst man einen herrlichen Tiefblick auf Leukerbad und hat fast die ganze Kette der Walliser Viertausender vor sich aufgereiht.

Unterhalb vom Gemmipass befindet sich Leukerbad
Nach dieser weiteren Einkehrmöglichkeit geht es zuerst wenige Meter abwärts zum eigentlichen Gemmipass (2314 m). Dieser erste Wegabschnitt von Sunnbüel zum Gemmipass ist einfach (T1) und sehr oft begangen.

Der Weiterweg zur Lämmerenhütte ist ein wenig schwieriger (T2). Der Weg ist aber klar markiert und nicht schwierig zu folgen. Von hier sind es noch etwa 1.5 Std. und knapp 200 Höhenmeter bis zur Lämmerenhütte. Zuerst führt der Weg über den Lämmerenboden, eine weite Hochebene, bevor es dann über Grashänge hinauf zur Lämmerenhütte geht.

Lämmerenboden – vor dem Aufstieg zur Lämmerenhütte

Der letzte Aufstieg zur Lämmerenhütte

Lämmerenhütte (2504m)
Dann endlich Ankunft bei der Lämmerenhütte SAC (2504 m). Nachdem wir uns beim Hüttenwart gemeldet hatten, erkundeten wir noch ein wenig die nähere Umgebung. Gleich hinter der Hütte befindet sich ein kleiner See, also die Badehose nicht vergessen. Die Lämmerenhütte war 2009 übrigens die meist besuchte Hütte in der Schweiz.
Am nächsten morgen war es bewölkt. Wir schliefen ausgesprochen schlecht. Die Hütte war voll besetzt, alle Schlafplätze waren belegt und man hatte kaum Platz um entspannt zu liegen. Ausserdem waren die Betten etwas zu kurz, sogar für meine durchschnittliche Grösse. Wir waren froh als wir endlich aufstehen konnten. Dafür waren die Lichtverhältnisse spannend und zum Glück regnete es (noch) nicht.

Wir machten uns auf den Weg zur Engstligenalp. Die Wanderzeit beträgt etwa 3.5 Std. Gleich hinter der Hütte steht der Wegweiser und nun ging es bergauf. Hinauf durch das Lämmerental ging es Richtung Rote Totz-Lücke.
Vier Tage vorher hatte es geschneit und so führte uns der Weg durch noch nicht weggeschmolzenen Neuschnee.

Aufstieg durch das Lämmerental zur Roten Totz-Lücke

Blick zurück ins Lämmerental zum Wildstrubel
Oben angekommen bei der Roten Totz-Lücke ging es dan auch schon wieder runter durch das Geröll. Hier war es etwas schwieriger den Weg zu finden. Unten angekommen, mussten wir den Tälligletscher, oder das was davon übrig ist, überqueren. Da etwas Neuschnee lag, war es auch nicht so glatt und mit den Stöcken war es eh kein Problem. Nach etwa 10 Min. hat man den Gletscher überquert.

Abstieg zum Tälligletscher – dann geht es links hinauf zum Chindbettipass

Blick zurück, nach der Überquerung des Tälligletscher
Nach der Gletscher Überquerung geht es über grosse Geröllbrocken links hinauf auf den Weg zum Chindbettipass. Nach einem kurzen Anstieg steht man dann oben auf dem Chindbettipass und schaut runter auf die Engstligenalp. Der letzte Abstieg zur Engstligenalp hat es dann nochmals in sich. Unten angekommen, wackeln die Knie dann doch ein wenig. Ja und dann hat man es geschafft. Nur noch über die Ebene laufen zum Restaurant und dann kann man sich entspannen und die 2 Tage Revue passieren lassen. Weiter runterlaufen muss man nicht mehr. Es gibt ja zum Glück die Seilbahn.


Die Engstligenalp vom Chindbettipass aus gesehen
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