Die Schafe sind auf dem Weg zur Belalp bei starkem Regen

Schäful auf der Belalp – Neue Bilder

Der Schafabtrieb auf der Belalp 2020 liegt schon einige Monate zurück, doch die Erinnerungen sind lebendig – vor allem wegen des eindrücklichen Wetters. An zwei von drei Tagen regnete es fast ununterbrochen, und am Sonntag mischte sich sogar Schnee dazu. Am Samstag begann der Regen bereits früh am Morgen und hielt den ganzen Tag an. Nur während der ersten Stunden nach Sonnenaufgang war es trocken. Doch statt mich darüber zu ärgern, freute ich mich über die düsteren Wolken und die raue Stimmung, die sie mit sich brachten. Blauer Himmel? Schön, aber nichts für mich – vor allem nicht bei einem Event wie diesem. Die wilde Bergwelt kommt bei „schlechtem“ Wetter einfach besser zur Geltung, und die Fotos wirken gleich viel eindringlicher.

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Der Schäful ist ein Spektakel, das bereits am Donnerstag beginnt

Der Schäful ist ein Spektakel, das bereits am Donnerstag beginnt: Die Säckelmeister, Sanner und Hilfssanner werden mit dem Helikopter ins innere Aletschji geflogen. Von dort aus durchkämmen sie bis Freitagabend die weiten Hänge und sammeln alle Schafe ein. Am Samstag folgt dann der Höhepunkt: Der große Abtrieb führt die Tiere über die Moräne und durch die Oberaletschschlucht zurück zur Belalp.

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Dieses Jahr war der Abtrieb besonders atmosphärisch. Regen und Nebelschwaden hüllten die Berglandschaft in eine mystische Kulisse. Immer wieder tauchten die Schafe und ihre Treiber langsam aus dem Nebel auf, um kurz darauf wieder darin zu verschwinden – ein fast schon surrealer Anblick, wie ich ihn so noch nie erlebt hatte. Der Regen hielt den ganzen Tag an, abgesehen von ein paar kurzen Pausen. Nach und nach drang die Nässe durch meine Kleidung, und ich begann mir Sorgen um meine Kamera zu machen. Auf der Glattalp hatte meine Kamera schon einmal einen Wasserschaden erlitten, und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es irgendwann einfach unmöglich, die Technik trocken zu halten.

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Das traditionelle Schäful-Fest musste coronabedingt ausfallen

Das traditionelle Schäful-Fest musste coronabedingt ausfallen, was sich angesichts des Wetters fast als Glücksfall erwies. Als wir am Samstagnachmittag die Belalp erreichten, regnete es so stark, dass jeder nur noch ins Trockene wollte. Am nächsten Morgen war mein Rucksack noch immer klamm, und meine Kleidung fühlte sich kalt und feucht an. Dennoch machte ich mich auf den Weg zu den Färrichen, wo die Schafe ihren Besitzern übergeben werden. Doch auch das geriet zu einer Herausforderung, denn der Schneefall verwandelte den Boden in ein rutschiges Schlammbad.

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Eigentlich hatte ich geplant, den Sonntag gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Hotel Belalp ausklingen zu lassen. Doch in meinen durchnässten Sachen und bei dem ungemütlichen Wetter hielt ich es nicht mehr aus und trat die Heimreise früher an.

Wer weiß – vielleicht haben wir nächstes Jahr wieder Sonnenschein und blauen Himmel. Aber ehrlich gesagt: Diese raue, wilde Atmosphäre werde ich so schnell nicht vergessen.

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